Gemeinde Unterensingen

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Willkommen in Unterensingen

liebens- und lebenswerte Gemeinde inmitten der Region Stuttgart

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Rede zum Volkstrauertag am 21.11.2021 von Herrn Helmut Hallass, 2. stellvertretender Bürgermeister

Sehr geehrte Unterensinger Mitbürgerinnen und Mitbürger

Der Totensonntag ist der letzte Sonntag im Kirchenjahr. König Friedrich Wilhelm III. von Preußen hat ihn 1816 in Erinnerung an den Befreiungskrieg als - ich zitiere - "Feiertag zum Gedächtnis der Entschlafenden" eingeführt. Gedenktage, wie der Heutige, haben einen traurigen Hintergrund und sind dennoch viel mehr als nur eine Pflichterfüllung. Sie in der Gemeinschaft zu begehen ist wichtig und notwendig. Wir gedenken an die Verstorbenen Gemeindemitglieder des vergangenen Jahres. Einige von uns haben einen Familienangehörigen, einen nahestehenden Mitmenschen, Freundinnen oder Bekannte verloren. Dieser Verlust ist schmerzhaft und hinterlässt im täglichen Leben eine Lücke. Hierzu darf ich Ihnen meine persönliche Anteilnahme aussprechen. Aber vielleicht ist es ein Trost, wenn wir uns an diese Menschen erinnern und dankbar sind für eine gemeinsame Zeit, die für uns alle nur begrenzt ist.

Wir denken heute auch an die Folgen der Weltkriege. Millionen Menschen haben ihre Heimat verloren und wurden zu Flüchtlingen und Heimatvertriebenen. Mitbürger wurden umgebracht, weil sie nicht den staatlich vorgegebenen Merkmalen entsprachen. Söhne und Väter haben ihr Leben gelassen für eine sinnlose Ideologie, die geprägt war von Fremdenhass und Rassenwahn.                                
Ca.55 Millionen sind Infolge der Naziherrschaft zu Tode gekommen. An diesem Gedenkstein sind die Namen der Unterensinger Gefallenen und Vermissten verewigt und auch die Hoffnung verknüpft, die Menschheit sei in der Lage aus der Geschichte zu lernen.

Wir alle wurden und werden eines Besseren belehrt. Die Flüchtlingsthematik ist seit Jahren so gegenwärtig wie seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr und weltweit müssen Menschen flüchten und um ihr Leben fürchten. Das kann und muss uns Alle zum Nachdenken und Handeln bewegen. Das Schicksal dieser Menschen darf uns nicht gleichgültig sein. Und doch gibt es ein Flüchtlingslager Moria, ein Versagen und eine Schande für die gesamte Menschheit.

Seit nunmehr anderthalb Jahren hat die Corona-Pandemie die Welt fest im Griff. Unsere Komfortzone ist bedroht, wir mussten lernen, wie schnell Gewohntes vergehen kann. Unsere Gesundheitsversorgung steht wieder unmittelbar vor dem Zusammenbruch. Was wir in dieser, lebensbedrohlicher Situation nicht brauchen, sind Verschwörungstheorien, Impfverweigerer oder sogenannte alternative Fakten. Die Diskussion mit und über diese Themen sind Verschwendung wertvoller Zeit. Vielmehr sollten wir alles daransetzen, um an die Vernunft zu appellieren und somit auch zu Versöhnung, Verständigung und Frieden beizutragen.

Wir können den aktuellen Herausforderungen aber auch unserer Trauer nur begegnen, indem wir in der Familie, im Dorf und in unserem Land zusammenstehen und gegenseitig auf uns achten. Gerade der heutige Tag sollte uns Mut und Hoffnung geben.