Gemeinde Unterensingen

Seitenbereiche

Volltextsuche

  • HeaderImage
  • HeaderImage
  • HeaderImage
  • HeaderImage
  • HeaderImage

Willkommen in Unterensingen

liebens- und lebenswerte Gemeinde inmitten der Region Stuttgart

Seiteninhalt

Rede zum Totensonntag am 24. November 2019

Rede zum Totensonntag am 24.11.2019
 
Sehr geehrte Anwesende,
 
in diesem Jahr jährt sich der Ausbruch des unglückseligen zweiten Weltkrieges zum 80. Mal.
Am 01. September 1939 begann mit dem Überfall auf Polen das schwärzeste Kapitel der deutschen Geschichte.
Nur noch wenige von uns haben dies noch wirklich miterlebt und können sich daran erinnern.
Umso wichtiger ist es, für die große Mehrheit von uns, die wir dies alles nur noch durch Erzählungen von Eltern, Großeltern oder durch den Geschichtsunterricht kennen, dass wir die sich daran anschließende Zeit des Krieges, der Tyrannei und Menschenverachtung nicht verdrängen oder gar vergessen.
Gerade deswegen ist der heutige Totensonntag – v.a. aber auch der Volkstrauertag –  ein wichtiges Datum der Mahnung und des Gedenkens.
Gleichzeitig wollen wir heute in gleichem Maße der vielen Toten und Verstorbenen in unserer Gemeinde gedenken.
Manche von Ihnen haben im vergangenen Jahr oder in den Jahren zuvor Abschied von einem Ihnen vertrauten oder gar geliebten Menschen nehmen müssen.
Dies tut weh und mit dieser Trauer umzugehen kostet Kraft und Geduld.
Von Herzen wünsche ich Ihnen werte Angehörige, die notwendige Kraft, Zeit und Ruhe, um über diesen Verlust hinwegzukommen.
Wir als Bundesrepublik Deutschland, als Gesellschaft dürfen froh und dankbar darüber sein, dass wir nun
nahezu 75 Jahren, also ein Dreivierteljahrhundert, in Frieden und überwiegendem Wohlstand leben dürfen.
Und dass wir in diesem Jahr auf „30 Jahre Mauerfall“ zurückblicken dürfen, ist ein besonderes Geschenk für unser seitdem wieder vereintes Land.
Mit Blick auf die Gegenwart sowie die Zukunft unserer Welt beschleicht einen leider kein gutes Gefühl!
Die Unruhen und Brandherde rund um unseren Globus hören nicht auf – im Gegenteil!
Es vergeht fast kein Tag, geschweige denn eine Woche in dem wir nicht mit neuen Schreckensmeldungen konfrontiert werden. 
Dies birgt die Gefahr, dass wir mit der Zeit abhärten und uns die Gräueltaten, Kriege und Gewalttaten irgendwann als „normal“ erscheinen.
Nicht erst die schrecklichen Geschehnisse in Halle vor einigen Wochen haben uns vor Augen geführt, dass auch in unserem Land feige Anschläge auf Kirchen und Menschen leider Realität sind!
Und was mir auch sehr große Sorge macht ist, dass in unserer Gesellschaft immer mehr mit Worten getötet wird.
Was meine ich damit?
Der Wortgebrauch gegen Mitmenschen, Außenseitern, Benachteiligten, Behinderten, Asylsuchenden und anders Gläubigen wird nicht nur rauer, sondern in Teilen völlig inakzeptabel!
Lasst uns alle dem Einhalt gebieten, in dem wir uns in Sprache und Taten dieser bedenklichen Entwicklung entgegenstellen!

Was wir heute und in Zukunft mehr denn je brauchen, sind Mut und Entschlossenheit, statt bloßes Kopfschütteln oder gar Leisetreterei!
Nur so gerät unsere Gesellschaft, ja unser Land nicht aus dem Gleichgewicht!
 
-      Es gilt das gesprochene Wort -